Behandlung im Kindes- und Jugendalter

Frühbehandlung

Es gibt zahlreiche Fehlentwicklungen, denen wir schon im Milch- bzw. im frühen Wechselgebiss mit einer sogenannten Frühbehandlung begegnen. Der Zeitpunkt des Beginns der Frühbehandlung, falls notwendig, liegt zwischen dem 4. und 8. Lebensjahr.

Behandlungsziel

Das Behandlungsziel ist es, neben den allgemeinen Zielen des Balance-Behandlungskonzeptes, z. B. die Kiefergröße so zu fördern, dass ausreichend Platz für alle bleibenden Zähne entsteht, das Wachstum der Kiefer und des gesamten Körpers so zu lenken, dass Fehlentwicklungen der Kieferlage (Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss, zu lange oder zu kurze Entwicklung des Gesichtes) nicht weiter voranschreiten und zurückentwickelt werden. In der Mehrzahl der Fälle ist es trotzdem noch notwendig, eine zweite kieferorthopädische Behandlung an den bleibenden Zähnen durchzuführen, da mit dem weiterem Zahnwechsel das Behandlungsziel weiter erhalten werden muss. Durch die dann bereits erfolgte Frühbehandlung ist der Aufwand der Hauptbehandlung dann jedoch deutlich geringer.

Hauptbehandlung

Viele Kinder und Jugendliche kommen mit einer kieferorthopädischen Behandlung aus, die je nach Behandlungsaufgabe im Alter zwischen dem 9. und dem 15. Lebensjahr beginnt und eine Behandlungszeit von 15 Monaten bis zu 4 Jahren erfordert. Auch hier ist die Auswahl des richtigen Zeitpunktes des Behandlungsbeginns von entscheidender Bedeutung. Durch Fortschritte in den Behandlungsmethoden konnten in den letzten 10 Jahren eindrucksvolle Verbesserungen erzielt werden, mit dem Ziel, Störungen des Wohlbefindens, der Aussprache, des Kauens, oder der Ästhetik durch den Einsatz von modernen Behandlungsgeräten zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Die Sicherheit im Erreichen des Behandlungsziels konnte auf bis zu 95 % gesteigert werden bei gleichzeitiger Verringerung der Gesamtbehandlungszeit. Die allgemeinen Ziele des Balance-Behandlungskonzeptes sind zu keinem Zeitpunkt besser und einfacher zu erreichen als während der kieferorthopädischen Behandlung.

Zahnentfernung

Nur in etwa 1% der Fälle mit extrem breiten Zähnen und skelettal sehr kleinem Kiefer sind Zahnentfernungen wirklich indiziert (s. u.) und führen dann auch zu guten Ergebnissen.

Beispiel einer Engstandsbehandlung ohne die Entfernung gesunder Zähne

Beispiel einer Engstandsbehandlung ohne die Entfernung gesunder Zähne

In den meisten Fällen ist eine Zahnentfernung kontraindiziert und kann zu schwerwiegenden Langzeit-Nebenwirkungen führen. In nahezu allen Fällen ist es uns heute möglich, vollständig auf Zahnentfernungen zu verzichten.

Kurze Behandlung

Durch neue Materialen, individuelle Terminierung sowie die Auswahl von modernen Bögen und Federn, ('intelligentes' selbstligierendes Bracketdesign etc.) entsteht mehr Komfort, weniger Unannehmlichkeiten, weniger Anforderungen an die Mitarbeit der Patienten sowie eine erhöhte Hygienefähigkeit und in der Konsequenz vor allem eine kürzere Gesamtbehandlungsdauer.

Sanfte Behandlung

Wir empfehlen den Eltern unserer Patienten zurückhaltend mit ihren eigenen, möglicherweise beschwerlichen Erfahrungen während der kieferorthopädischen Behandlung von vor 10 bis 20 Jahren umzugehen und diese ihren Kindern nicht unreflektiert mitzuteilen. Es geht heute wirklich sehr viel besser, sicherer und komfortabler. Eventuell haben Sie in diesem Zusammenhang schon entweder aus eigener Erfahrung oder durch Erzählung davon gehört, dass die Fehlstellung nach Abschluss der Behandlung wieder auftreten kann. Wir haben die Antwort auf dieses tatsächlich existierende Problem gefunden.

Sanft
nachher

Fall 1
14- jährige Patientin mit extrem schmalem und sanduhrförmigem Oberkiefer vor und nach 4- jähriger kieferorthopädischer Behandlung

ergebnis

Fall 2
10- jährige Patientin mit ausgeprägter Rücklage des Unterkiefers mit sehr schmalem Oberkiefer vor und nach 3-jähriger kieferorthopädischer Behandlung mit zunächst herausnehmbaren kieferorthopädischen Geräten (Funktionsregler nach Fränkel) und später festsitzenden Geräten (Multibracketapparatur). Das früher bestehende kraniosakrale Kompressionssyndrom und die Körperfehlhaltung war nach Behandlung nicht mehr feststellbar.


nachher

Fall 3
10-jähriger Patient mit angeborenem starken Missverhältnis zwischen der Zahn- und Kiefergröße vor und nach dreijähriger kieferorthopädischer Behandlung. Aufgrund der besonderen Kieferform (sehr selten) war es hier notwendig, vier bleibende kleine Backenzähne zu entfernen. Nur bei enger Indikationsstellung ist mit einer Extraktionsbehandlung, wie in diesem Fall, ein gutes Ergebnis im Sinne des Balance- Behandlungskonzepts zu erzielen.

ergebnis

nachher

Fall 4
16-jähriger Patient mit skelettal offenem Biss vor und nach einer kombinierten kieferorthopädisch / kieferchirurgischen Behandlung mit Lingualtechnik.

ergebnis

nachher

Fall 5:
10 jährige Patientin mit Kopfschmerzen und asymmetrischer Unterkieferrücklage sowie ausgeprägter Frontzahnstufe (Abstand der oberen Frontzähne zu den unteren Frontzähnen) und Engständen vor und nach kieferorthopädischer Behandlung.

vorher front vorher seite nachher front nachher seite

siehe auch Abschlussfotos....
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